Tour 20: Bretterspitze über Kaufbeurer Haus (18.10.2014)

Anreise
D-75181 Pforzheim nach A-Hinterhornbach über Pfronten
Entfernung: ca. 290km Fahrzeit: ca. 3 Std

Über die A 8 nach "Ulm", auf die A 7 Richtung "Kempten" - bis zur Autobahnausfahrt Nr. 139 "Füssen" - dann Richtung "Reutte/Österreich" gleich durch den Grenztunnel. Danach auf der österr. Bundesstraße 179 bis Reutte. Hier abbiegen auf die österr. Bundesstraße 198 Richtung "Lechaschau/Holzgau/Warth". Nach "Stanzach" kommen wir nach "Vorderhornbach", biegen dort nach rechts ab ins Seitental nach "Hinterhornbach". Dort parken wir am kostenlosen Parkplatz hinter der Dorfkirche.
Ausrüstung
  • gute Wanderbekleidung (einschl. Regenjacke etc.)
  • festes Schuhwerk für Geröll
  • Stöcke - erleichtern sicheren Stand übers Geröll, im Schnee und bei Steigung/Gefälle
  • Sonnenschutz für Kopf (Tuch/ Hut) und Haut (Sonnenmilch -spray)
  • Notfall-Set (praktisch 1.Hilfe-Tasche für Motorrad)
  • ausreichend Flüssigkeit da unterwegs keine Einkehrmöglichkeit
  • krampflösende Calcium-Magnesium-Tabletten (günstig in jeder Drogerie)
zur Linkseite: "Ausrüstung"
Wegbeschreibung
Parkplatz hinter der Dorfkirche von Hinterhornbach Ausgangspunkt unserer Tour ist wieder mal das malerische Dorf Hinterhornbach, in einem Seitental vom Lech. Es führt nur eine Straße hinein, die wir hinter der Kirche nach links verlassen um am kostenloses Parkplatz unseren Wagen zu parken.
Tourbegleiter ist heute Luca, der sich schon lange auf diesen Ausflug gefreut hat und es kaum erwarten konnte.
Oberhalb zeichnet sich bereits unser heutiges Tagesziel ab, mit dem Urbeleskar und der darüberliegenden Bergumrahmung mit Urbeleskarspitze, Gliegerkarspitze und der Bretterspitze in der Mitte.

Das heutige Tagesziel liegt eingerahmt zwischen Urbeleskarspitze und Gliegerkarspitze in Sichtweite Wir folgen zunächst der Fahrstraße Richtung Hornbach und überqueren diesen schließlich über eine kleine Brücke. Die Wiesen sind noch mit Tau bedeckt, was bei den morgendlichen Temperaturen zwischen 3 und 5 Grad auch kein Wunder ist. Einzelne Nebelschleier hängen noch in Morgenstarre hie und da wenige Meter über dem Boden.
Nach der Bachquerung steuern wir auf ein paar Holzhütten zu. In großen roten Lettern prankt von einer Hütte ein aufgesprühtes "KFB": Hier beginnt der Wanderpfad, der uns über die Almwiesen Richtung Waldrand hoch führt. Im weiteren Verlauf weist mitten auf dem Almboden ein weiteres Metallschild Richtung "Kaufbeurer Haus". Da dieser Wegweiser von der Brücke über den Hornbach noch nicht zu sehen ist, wurde wohl zusätzlich der Hinweis auf der Holzhütte angebracht.
Zunächst geht es über den Almboden immer schön ansteigend taleinwärts, bis man einen Fahrweg überquert und wieder trifft und schließlich...
vom Parkplatz gehts runter an den Hornbach nicht viel los im Hornbach Die Morgensonne streift über den Kanzberg Blick auf die Rosszähne über Hinterhornbach

...zur Abzweigung mit einem weiteren Hinweisschild Richtung Kaufbeurer Haus gelangt und den Fahrweg endgültig verlässt. Hier auch nochmal der Hinweis darauf, dass die Hütte nur mit einem Schlüssel des Alpenvereins geöffnet werden kann. Ansonsten ist die Hütte mit Ausnahme an Wochenenden mit eingeschränkter Bewirtung unbewirtschaftet. Also sehr vage das Ganze. Bei der Tourenplanung gleich mehr Verpflegung einberechnen.
Von und nach Hinterhornbach gibt es von diesem Abzweig in den Wald einige Zustiegswege, u.a. auch die bereits angesprochene Fahrstraße. Nur zur Info, falls man das Auto an der Gufelbrücke geparkt hat.
Im Wald wird es Luca schnell ganz schön warm. Das liegt vor allem daran, dass es hier im Wald im Zickzack stetig bergauf geht. Im unteren Bereich ist der Pfad der Jahreszeit geschuldet öfters matschig und rutschig. Der Aufstieg verläuft in den Herbstmonaten fast komplett im Bergschatten.
Immer wieder bieten sich durch den lichten Wald wunderbare Ausblicke auf die gegenüberliegende von der Morgensonne angestrahlte Bergkette. Allen voran Hochvogel, daneben Wildengruppe und...
Puuh, das ständige Bergauflaufen strengt ganz schön an...und warm wirds einem auch gleich dabei Blick frei auf das gegenüberliegende Wildenmassiv und den Hochvogel Die spannende Frage wird auch sein, ob es heute am Hochvogel noch bröckelt...Also werden wir immer mal wieder einen Blick durchs Fernglas werfen und die Ohren offen halten.


...der entzückend schöne Rücken vom Kanzberg. Nachdem wir einiges an Höhe gewonnen haben, kommen wir an einen markanten Baum vorbei. Das Besondere: Er wächst waagrecht nach vorne ins Freie; darunter geht es ziemlich steil runter. Luca hat das natürlich gleich für eine genauere Untersuchung und eine kleine Pause genutzt. Der Weg verläuft im Zickzack weiter konstant bergauf, wobei einige kleinere schrofige Passagen zur einfachen Kraxelei einladen. Auch hier ist aufgrund der Nässe Konzentration und Trittsicherheit erforderlich. Nordseite, aber das hatten wir ja schon angesprochen.
Blick über das ins Jochbachtal abfallende Wildenmassiv. Willkommene Abwechslung am sich ständig noch oben schlängelnden Weg.

Mit zunehmender Höhe lichtet der Hochwald langsam aus und die Bewachsung wechselt in Krummholz: Knorrige Latschenkiefern und struppige Sträucher. Dabei geht unser Blick oft nach oben, in der Hoffnung endlich das Kaufbeurer Haus ausmachen zu können. Leider stellt sich uns dabei immer wieder ein weiterer Aufschwung und noch eine Kraxelstelle in den Weg. Dann müssen wir uns halt mit einem Blick auf den gegenüber aufragenden Hochvogel motivieren.
Ein Blick ins Tal vermittelt doch so einiges an gewonnener Höhe; wir dürften uns jetzt ungefähr auf gleicher Höhe mit den gegenüberliegenden Einstieg in den Bäumenheimer Weg oberhalb der Schwabegg-Hütten befinden.
Unser Blick wandert immer wieder nach Gegenüber, zum Hochvogel

Nach einer weiteren Verschnaufpause für den jungen Wanderer erblicken wir zum ersten Mal das Kaufbeurer Haus, das einladend im Sonnenlicht erstrahlt. Von nun an kann es nicht mehr weit sein...dachten wir, wie vermutlich schon viele Andere vor uns. Zunächst quert man erstmal bei geringem Höhengewinn den Hang Richtung Etappenziel KFB.

Kurz unterhalb des Kaufbeurer Hauses gehts dann nochmal kräftig im Zickzack nach oben. Die Wanderer auf dem Bild überholten uns kurz vor der Hütte und waren von Luca's Geschwindigkeit und Ausdauer total begeistert. Das Zickzack bringt nochmal einiges an Höhenmeter in die Beine. Der Schweiß rinnt in Strömen, da wir hier oben im Urbeleskar endlich auch von der Sonne beachtet werden. Danke Sonne!
Nach dem Zickzack ist das Meiste geschafft und man geht die letzten Meter bis zur Hütte nur noch leicht ansteigend. Die Wanderer vor uns, waren bereits weitergezogen, hatten aber Ihre Stöcke an der Hütte deponiert. d.h. die wollten dann auf dem Rückweg auch wieder hier vorbeikommen - allerdings sind wir Ihnen nicht mehr begegnet, obwohl es da so viele Möglichkeiten eigentlich gar nicht gibt.

Herrliches Aussichtsplateau am Kaufbeurer Haus auf die Allgäuer Berge.
Herrliches Aussichtsplateau am Kaufbeurer Haus auf die Allgäuer Berge.
Luca war geschafft, aber glücklich. Bei einer augiebigen Brotzeit auf der sonnenzugewandten Seite des Kaufbeurer Hauses verschnaufen wir und genießen immer wieder das herrliche Bergpanorama. Das Kaufbeurer Haus ist eine relativ kleine Selbstversorgerhütte und nur mit einem Schlüssel des Alpenvereins zu öffnen. Wie bereits angesprochen ist die Hütte mit Ausnahme an Wochenenden (eingeschränkte Bewirtung) unbewirtschaftet. An Wochenenden, an denen die Hütte bewirtschaftet ist, bietet der Hüttenwart Erbsensuppe, Gulaschsuppe, Kaffee, Tee und Getränke an.
Vom Hochvogel zieht der gegenüberliegende Bergzug über Kluppenkarkopf, Jochumkopf zu den Roßkarspitzen. Der markante Zacken auf der rechten Seite ist die Stallkarspitze. Die wortwörtlichen Spitzen der Roßkarspitzen mit dem Gipfel der Stallkarspitze nochmal in der Nahaufnahme.

Das Kaufbeurer Haus steht im sogenannten Urbeleskar, das in einem Tourenführer mit zu den eindruckvollsten Landschaften im Außerfern gekürt wurde. Davon können wir uns vor Ort überzeugen. Es gibt jetzt mindestens zwei Möglichkeiten, über den sogenannten Kesselboden an den Aufstieg zur Schwärzerscharte zu gelangen. Wir haben uns zunächst für den Weg hinter der Hütte entschieden; der Normalweg zweigt direkt vor der Hütte nach rechts ab und führt über mattige Grasbuckel ins Kar. Diesen Weg haben wir dann auf dem Rückweg genutzt. Der Weg hinter der Hütte íst anfangs relativ eben und führte uns am Hubschrauberlandeplatz vorbei in Richtung des Geröllfeldes. Hier wurden wir auch auf eine kleine Gruppe Gämsen aufmerksam, die uns aus respektvollem Abstand beobachtete. Ob die hier am Hubschrauberlandeplatz auf eine Mitfluggelegenheit warteten, war leider nicht zu erfahren: Sie haben sich dann doch zu Fuß aus dem Staub gemacht.
Im Kesselboden sind wir auf eine Gruppe Gämsen gestoßen. Mit respektvollem Abstand queren wir Richtung Schuttrinnen...
Im Schuttfeld zeichnen sich deutliche Trittspuren ab. Auch vom "Abfahren" zeugen ettliche Striche im Geröll. Dass Schuttfelder wahre Schinder sind, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Der Weg durchs Geröll ist jedenfalls anstrengend und kräftezehrend. Gut wer hier ein gleichmäßiges Tempo findet und seine Kräfte einteilen kann. Wir haben es mit unserem eigenen Tempo versucht und wie im weiteren Verlauf zu lesen ist, auch geschafft.
Vom ersten steilen Anstieg sind wir dann über deutliche Trittspuren auf den Normalweg gequert. Im Zickzack gelangen wir Schritt für Schritt weiter nach oben. Die Spuren sind gut ausgetreten und vor allem im oberen Bereich gut zu laufen.
...und wir lassen den unter uns liegenden Kesselboden langsam hinter uns... Verschnaufpause mit Blick auf das uns gegenüberliegende Panorama
Am oberen Ende des Geröllfeldes führt der Weg Richtung Schwärzerscharte direkt entlang eines Felsriegels und bietet kleine Kraxelpassagen. Dabei sind auch 1-2 Stellen, die jetzt nicht unbedingt ausgesetzt sind, aber doch ein gewisses Maß an Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit erfordern. Spätestens hier, mit dem ersten Blick aufs nahe Gipfelkreuz der Bretterspitze, ist kein Halten mehr. Vom Gipfel magisch angezogen schrauben wir uns Meter für Meter in die Höhe.
Der eintönige Aufstieg im Schatten der steil abfallenden Felswände wird durch einen freudigen Aufschrei unterbrochen: Die Maus schaut schnell nach dem Rechten. Dabei kann es sich nur um das Gipfelkreuz der Bretterspitze handeln.
Blick aus dem Urbeleskar über Hinterhornbach, Hochvogel- und Daumengruppe beim Aufstieg zur Schwärzerscharte.
Blick aus dem Urbeleskar über Hinterhornbach, Hochvogel- und Daumengruppe beim Aufstieg zur Schwärzerscharte.
Das letzte Wegstück Richtung Schwärzerscharte ist ein Geröllrücken, der uns direkt auf die beeindruckende Südwestwand der Urbeleskarspitze zuführt. Die Größe und Nähe des markanten Gipfelaufbaues lenkt sogar ein wenig von den Blicken auf den Hochvogel ab. Wir konnten in der Wand zwei Kletterer beim Aufstieg ausmachen, bei denen es sich, wie wir später feststellen konnten, um Kristian Rath und einen weiteren Kletterer handelte. Die beiden waren morgens schon über Gliegerkarspitze und Bretterspitze zur Urbeleskarspitze unterwegs. Auf der Schwärzerscharte wurden wir durch ein Pärchen begrüßt, das vor der imposanten Kulisse der Urbeleskarspitze eine ausgiebige Pause machte. Später haben wir uns nochmal wiedergesehen.Nachdem Luca hier oben wieder das Gipfelkreuz der Bretterspitze gesehen hatte, war er nicht mehr zu bremsen. Auf gut markiertem Weg ging es flux Richtung Gipfel; zumeist auf der nördlichen, sonnenabgewandten, Seite. Das Geröll wechselte zunehmend in Fels, der mit netten Kraxeleinlagen lockte. Während der letzten Meter hat man das motivierende Gipfelkreuz zumeist im Blick.
Nach der Umschreitung des Felsriegels öffnet sich die Schwärzerscharte und gibt einen herrlichen Blick frei auf die massive Südwest-Wand der Urbeleskarspitze. Bei genauem Hinschauen lassen sich kleine Punkte im Fels ausmachen...einer davon war Kristian Rath (vermutlich der rote Punkt). Blick direkt oberhalb der Schwärzerscharte auf das Massiv der Urbeleskarspitze, die die Bretterspitze nur um wenige Meter überragt
Der letzten Aufschwung wird auf dem Normalweg nach Süden umgangen. Wir haben aber den direkten Aufstieg Richtung Gipfelkreuz über den Fels gewagt. Was dabei herauskam, war eine nette Kraxelei; nicht ausgesetzt und gut für Luca zu meistern.Dann haben wir es endlich geschafft: Erreichen des Gipfels gegen 13:39 Uhr MEZ. Das Gipfelkreuz steht im Übrigen nicht am höchsten Punkt der Bretterspitze, sondern ist ein paar Meter Richtung Urbeleskarspitze versetzt. Die eigentliche Gipfelerhebung Richtung Gliegerkarspitze ist nochmal 3 - 4 Meter höher. War uns in diesem Moment aber total "Wurscht".
Gipfelglück...'Bravo an Luca' für das Durchhaltevermögen und natürlich auch den Tourguide Mark. Großaufnahmen vom Wanderpfa.de-Team
Bei unserer ausgiebigen und verdienten Rast mit Brotzeit, genießen wir das tolle Rundum-Panorama. Die Bretterspitze als lohnenswerter Aussichtsberg auf die Allgäuer und Lechtaler Alpen, ist vielleicht noch sowas wie ein kleiner Geheimtipp. Also nicht weitersagen ;o)
Die Kletterer an der Urbeleskarspitze konnten wir nur noch kurz am Gipfel sehen, bevor Sie dann - zumindest für unsere Augen - verschwunden waren. Mit unserer taktischen Entscheidung, den Rucksack von Luca ebenfalls am Kaufbeurer Haus zu deponieren, sind wir gut gefahren. Wer also nicht seine ganze Ausrüstung mit auf den Gipfel schleppen möchte, kann sich gerne unserem Beispiel anschließen. Luca hatte lediglich noch das Fernglas für den Gipfelsturm auserkoren, welches er am Gipfel mit Begeisterung für die Erkundung der Umgebung nutzte. Von hier oben sehen wir auch die bereits von uns erstiegenen Gipfel in den Allgäuern und Lechtalern aus einer ganz anderen Perspektive. Das sind auf der einen Seite der Kreuzspitzgrat und die Namloser Wetterspitze und auf Seiten der Allgäuer Hochvogel, Kanzberg, Höllhörner oder auch die Stallkarspitze. Einfach nur herrlich.
Großaufnahme des Gipfelbereiches vom Hochvogel
Zu schnell rückte der Abschied näher; jetzt heisst es Abstieg wie Aufstieg. Diesmal nehmen wir jedoch vom Gipfel aus zunächst den markierten Weg der auf der Lechtalseite verläuft. Schnell haben wir die Schwärzerscharte erreicht und es geht über den kleinen Geröllhügel hinab bis zum Felsriegel. Auch dieser wird über die etwas ausgesetzte Passage schnell gemeistert - natürlich mit der erforderlichen Konzentration. Bergab geht sowieso immer alles irgendwie schneller. Im großen Schuttfeld gönnen wir uns dann auch eine "Abfahrt", bei der vor allem Luca riesigen Spaß hat, nachdem er den Dreh mit Rutschen und Balance halten heraus hatte. Bald gelangen wir wieder an den Abzweig, der von unten kommend zunächst auf die Gliegerkarspitze führt (evtl. bei einer Überschreitung von Gliegerkarspitze auf Bretterspitze interessant).
Blick über die grasigen Matten des Kesselbodens zum Hochvogel, den man jetzt bei jedem Schritt vor Augen hat
Weiter geht es auf dem Normalweg über den Kesselboden Richtung Kaufbeurer Haus. Hier lohnt sich nochmal ein Rückblick auf den heutigen Gipfel, obwohl dieser jetzt weit weniger spektakulär aussieht. Zudem täuscht der optische Vergleich mit der nur um wenige Meter höheren Urbeleskarspitze. Selbst die Gliegerkarspitze erscheint jetzt höher als die Bretterspitze, obwohl um wenige Meter niedriger. Das Gipfelkreuz der Bretterspitze findet sich leicht links neben dem "Knuppel" in der Mitte der felsigen Bergumrahmung.
Nach einer kurzen Trinkpause und einer ungespritzten Vitaminspritze (Apfel) schultert Luca seinen wieder unversehrt aufgefundenen Rucksack und es geht mit großen Schritten talwärts. Dabei wird uns immer wieder bewusst, wie steil doch der Aufstieg heute morgen war. Zudem geht der Abwärtsmarsch mit zunehmender Dauer in Knie und Oberschenkel; selbst die Zehen in den Stiefeln fangen langsam an zu rauchen ;o)
Auf halbem Abstiegsweg überholen wir dann wieder das Pärchen von der Schwärzerscharte. Wir hatten ja heute mittag versprochen, dass man sich nocheinmal sieht. Beim Abstieg saugen wir nochmals die ganzen Eindrücke auf, vor allem vom Hochvogel gegenüber, zumal der jetzt immer direkt vor unserer Nase und nicht wie beim Aufstieg in unserem Rücken war.

Kurz vor Hinterhornbach haben wir dann wohlbehalten wieder den Wald verlassen und traben die letzten Meter über die federnde Almwiese Richtung Parkplatz. Eine Wohltat für die beim Abstieg doch strapazierten Füße. Schließlich erreichen wir den Ausgangpunkt unserer Tour und waren froh, dass unser Auto auf uns gewartet hat.
Uns hat es gefallen - wir hoffen dem aufmerksamen Leser auch - und sagen derweil "tschüss, bis auf ein andermal"!
(Mark, Luca 10/2014).
Fazit:
Schöne Tagestour auf einen unscheinbaren aber lohnenswerten Aussichtsgipfel der Hornbachkette. Auf gut markierten Spuren läuft man ab Hinterhornbach auf dem "Enzensperger Weg" bis zur Schwärzerscharte und meistert im Schatten der steil aufragenden Südwestwand der Urbeleskarspitze trittfertig die letzten Höhenmeter bis zur Bretterspitze. Der ständig ansteigende Aufstieg über das nicht bewirtschaftete Kaufbeurer Haus verlangt entsprechende Kondition und Trittsicherheit. Man wird dafür mit herrlichen Rundumblicken über das Lechtal, Jochbachtal, die Hochvogelgruppe und die Hornbachkette belohnt. Bei Abstieg wie Aufstieg bietet sich an, das überflüssige Gepäck vor dem Aufstieg auf die Bretterspitze beim Kaufbeurer Haus zu deponieren, um es beim Abstieg dann nicht zu vergessen.
Tour ist mit anschließendem Besuch der Gliegerkarspitze als Rundtour möglich. Eine weitere Variante ist im Rahmen einer mehrtägigen Tour auf dem "Enzensperger Weg" bis zur Hermann von Barth-Hütte zu folgen und weitere Gipfel in der Hornbachkette zu besuchen.

Weitere Links:

 

Übernachtungsmöglichkeit
Tipps
Parkmöglichkeiten:
Das Auto parkt man am besten auf dem kostenlosen Parkplatz hinter der Kirche, oder an der Gufelbrücke am Ende von Hinterhornbach. Die Tour über das Kaufbeurer Haus ist bestens ausgeschildert
beste Wanderzeit:
Sobald die letzten Schneereste im Frühjahr verschwunden sind. Am besten vorher ausreichend über die Verhältnisse vor Ort informieren, z.B. bei Einheimischen wie dem Wirt vom Hornbachstüberl. Ansonsten schöne Tour bis in den Herbst hinein, solange es trocken und schneefrei bleibt.
Wasservorräte:
Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Kaufbeurer Haus ist eine Selbstversorgerhütte und nur mit Alpenvereinschlüssel zu öffnen. Wir sind auf unserer Tour jeder mit ca. 2,5 - 3 Litern ausgekommen.
Gepäck:
Bei Abstieg wie Aufstieg bietet sich an, das überflüssige Gepäck vor dem Aufstieg auf die Bretterspitze beim Kaufbeurer Haus zu deponieren, um es beim Abstieg dann nicht zu vergessen.
Auswertung der GPS-Daten
Mit dem sog. GPS-Track kann u.a. mit Programmen wie Google Maps bzw. Google Earth der Routenverlauf betrachtet werden. "Google Earth" verwendet das Dateiformat .kmz (=komprimiert) bzw. .kml. Öffnet man die KMZ-Datei bzw. KML-Datei in "Google Earth", wird man automatisch zu den in den Dateien gespeicherten Orten (Koordinaten) geleitet.
Tour auf die Bretterspitze als Höhen- und Streckenprofil
Route und Profil:
- Online: Online GPS-Viewer URL: http://www.wanderpfa.de/Tour20/Bretterspitze.gpx
- GPS-Tracks: .kmz / .gpx

Übersicht