Tour 17: Kreuzspitzrunde (15.10.2007)

Anreise
D-75181 Pforzheim nach A-6622 Fallerschein (Namlos bzw. Berwang/Tirol) über Reutte/Tirol
Entfernung: ca. 310 km Fahrzeit: ca. 3,5 Std

Über die A 8 nach "Ulm", auf die A 7 Richtung "Kempten" - bis zum Nr. 130 "Oy-Mittelberg" - dann Richtung "Pfronten / Vils / Reutte" ins Lechtal nach Stanzach. Dort der Abzweigung nach Namlos (ca. 10km) folgen und ca. 2 km vor Namlos erreicht man die Abzweigung nach Fallerschein. Direkt unten an der Strasse gibt es Parkplätze und auch eine Bushaltestelle...kann man nicht verfehlen. Die Weiterfahrt nach Fallerschein ist nur für "Berechtigte" gestattet.
Ausrüstung
  • gute Wanderbekleidung (einschl. Regenjacke etc.)
  • festes Schuhwerk für Geröll
  • Stöcke - erleichtern sicheren Stand übers Geröll, im Schnee und bei Steigung/Gefälle
  • Sonnenschutz für Kopf (Tuch/ Hut) und Haut (Sonnenmilch -spray)
  • Notfall-Set (praktisch 1.Hilfe-Tasche für Motorrad)
  • krampflösende Calcium-Magnesium-Tabletten (günstig in jeder Drogerie)
zur Linkseite: "Ausrüstung"
Wegbeschreibung
Kreuzspitzkamm im Glanz der morgendlichen SonneDiesmal startet unsere Tour ganz untypisch an einem Sonntagnachmittag, mit einer bis dato ebenfalls untypischen Anreise mit dem Motorrad ins Lechtal zum größten bewohnten Almdorf Österreichs: Fallerschein. Mark folgte der Einladung von Charly - stolzer Besitzer einer Hütte in Fallerschein - und nutzte das herrliche Spätsommerwetter für einen Tag Urlaub.
Nach einem gemütlichen Abend in der Hütte und einer aufgrund der fremden Umgebung eher durchwachsenen Nacht klingelte Montags früh um halb sieben Mark’s Wecker. Da es in der Hütte noch ruhig war dachte er „...bleibe ich noch ein bisschen liegen...“ *grins*.

Naja, aus dem „bisschen“ wurde dann eine Stunde. In der Hütte war es immer noch ruhig – ob Charly wohl seinen Wecker auch nicht hören wollte? Nachdem Mark seine Morgentoilette beendet hatte erschien auch Charly aus seiner Kajüte und siehe da, auf einmal klingelte auch sein Wecker: der war nämlich versehentlich eine Stunde zu spät eingestellt *lach*. Aber das war ja alles kein Problem, da beide direkt am Ausgangspunkt der Tour waren und eine Anreise bzw. der Anmarsch wegfielen. Mit seinen Ausführungen wird uns Mark in den nächsten Zeilen auf die Tour mitnehmen und von unterwegs berichten:
Gemütlich wurden die Rucksäcke gepackt, Wasserflaschen mit Quellwasser und etwas Geschmack gefüllt und anschließend noch ein kurzes Frühstück mit einem heißen Getränk eingenommen. Gegen 8:15 Uhr sind wir dann alle startklar zur anstehenden Genusstour. Draußen vor der Hütte bewundern wir den orange gekrönten Kreuzspitzkamm, der bereits von den ersten Strahlen der Morgensonne angestrahlt wird. An den Temperaturen merkt man schon etwas, dass es mittlerweile spät im Herbst ist; Reif auf Wiesen und Steinen ermahnen uns vorsichtige Tritte zu wählen, damit wir nicht schon zu Beginn unserer Wanderung eine böse Überraschung erleben.
Luca zeigt Charly und Mark den Tourenverlauf abmarschbereiter Charly hinein ins Leitental gut markierter Steig - die Arbeit von Rudi Kusile Steiniger Aufstieg zur Bortigscharte

Wir durchqueren Fallerschein, vorbei an der Sennerei und Lottes Fallerscheinstube. Man merkt dass die Haupt-Wandersaison vorbei ist - so ruhig ist es hier. Und auch die ihren Sommer in Fallerschein verbringenden Kühe, hatten schon den Weg ins Tal angetreten. Wir halten uns etwas rechts und folgen dem nicht beschilderten und etwas verwilderten Pfad ins Leitental. Zumeist auf der linken Bachseite geht es vorsichtig auf mit Reif beschlagenen Steinen und Geröll taleinwärts. Man kann hier nur erahnen, mit welcher Gewalt im Frühsommer das Wasser bei der Schneeschmelze ins Tal schießt. Sieht man Anfangs nur vereinzelt alte Markierungen auf den Steinen ist kurz darauf der komplette Weg bis zur Bortigscharte mit tollen rot bepinselten Pfosten ausgeschildert. Das Werk von Rudi Kuisle, Bergrettungsobmann aus Stanzach, der die Instandhaltung und die Markierung des Pfades bis zur Bortigscharte rein ehrenamtlich in seinem Urlaub vornimmt. Hier auch ein besonderes Dankeschön von unserer Seite. Ohne seinen Einsatz wäre der Weg vermutlich schon verwildert und nicht mehr auffindbar. Vielen Dank auch an Charly, der uns ein Bild von Rudi Kuisle zur Verfügung gestellt hat. Charly geht von maximal 100 Begehungen dieser Route im Jahr aus, was angesichts der Aussicht die uns später erwartet - nicht viel ist. Also noch ein richtiger Geheimtipp *pssst*.
Baumwollpflücker im unfreiwilligen Einsatz bauchhohe Sträucher der Aufstieg bringt einen ganz schön ins Schwitzen im Beilekar direkt unterhalb der Rinne

Inzwischen führt der Pfad auf der rechten Bachseite langsam ansteigend etwas höher. Links über uns steht das Jöchle mit 1.901m, was aber nicht durch einen Weg erschlossen ist. Rechterhand schauen wir steil zur Elmer Kreuzspitze empor. Überall stehen bauchhohe Sträucher mit baumwollartigen weißen Büscheln, die sich widerspenstig an Hose und Jacke festkrallen (Red.Anmerk.:"Sachdienliche Hinweise zur Tatpflanze nehmen wir gerne entgegen").
Weiter den rot markierten Holzpfosten folgend führt der Pfad abwechselnd in Serpentinen empor; Geröllfelder und Wiesen wechseln sich dabei ab. Beim Zurückblicken sehen wir, dass an diesem herrlichen Herbsttag noch zwei andere Wanderer den Weg zur Bortigscharte eingeschlagen haben – wo die wohl hingehen? Inzwischen können wir das Talende ausmachen und sehen den weiteren Wegverlauf nach links oben ansteigend über eine Kuppe ins Beilekar. Wir bewegen uns zwischenzeitlich nur noch auf Wiesen mit teilweise recht hohem Gestrüpp und steigen am rechten Talende in einigen Serpentinen empor, bevor wir unterhalb eines Felsriegels nach links ins Beilekar queren. Hinweis: In Wirklichkeit war es natürlich viel steiler als es die Bilder vermitteln können.
Im Beilekar angekommen sticht uns sofort die Jagdhütte auf der linken Karseite ins Auge. Ein sicherer Hinweis, dass wir dem richtigen Pfad gefolgt sind. Aber wie sollte es auch anders sein mit einem „Einheimischen“ als Wegbegleiter *grins*. Der Weg führt nun von der rechten Karseite über den Bach auf die linke Seite und steigt allmählich bis zum Ende des Beilekars in der linkerhand hochführenden Rinne an - ins Dristltal.
In der Rinne Aus der Rinne Dristltal und letzter Anstieg zur Bortigscharte Ausblick vom Dristltal beim Anstieg zur Bortigscharte in die andere Richtung Sonnenblinzeln über dem Rücken des Egger Muttekopfs

Wir folgen brav den schönen Holzpfosten, die der Rudi unermüdlich auf dem kompletten Weg verteilt hat. Über Geröll geht es in der Rinne im Zick-Zack nach oben. Auch hier sind überall frische rote Markierungen angebracht. Am Austieg der Rinne liegt noch etwas Altschnee von den Schneefällen Ende September. Hier macht der Weg einen Knick nach rechts in Richtung Bortigscharte, die wir von unserem Standpunkt aus bereits sehen können. Wir wagen noch mal einen Blick zurück und schauen auf die Knittelkarspitze und den vorhin bewältigten Anstieg durchs Beilekar; von den beiden Wanderern hinter uns fehlt jede Spur. Beim späteren Aufstieg auf die Bschlaber Kreuzspitze glauben wir die Beiden zu erkennen, wie Sie dem "Anhalter Höhenweg" über den Egger Muttekopf folgen. Über dessen Rücken (den Rücken vom Egger Muttekopf) lugt zwischenzeitlich die Sonne zu uns herüber.
Der Aufstieg von der Bortigscharte auf die Bschlaber Kreuzspitz liegt ebenfalls bereits ganz in der Sonne: 400 Höhenmeter haben wir noch vor uns. Über herbstliche Wiesen schlängelt sich der Pfad weiter nach oben bis wir dann endlich in der Bortigscharte ankommen. Hier treffen wir auf den "Anhalter Höhenweg", der von der Anhalter Hütte über Egger Muttekopf und den Kreuzspitzkamm bis nach Elmen führt. Daneben gibt es einen direkten Abstieg Richtung Bschlabs. Nun ist es an der Zeit den Rucksack von den Schultern zu nehmen und eine kleine Rast einzulegen. Mit einer herrlichen Aussicht auf die Lechtaler Alpen werden der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen und die Muskeln etwas gelockert. Dabei liegen vor uns so bekannte Gipfel wie der Maldongrat, Dremelspitze oder auf der anderen Seite die Knittelkarspitze. Allein dieser Ausblick entschädigt uns voll und ganz für die Strapazen des Aufstieges.
In der Bortigscharte - wohin geht der Weg? Charly füllt seine Energietanks auf Aufstieg zur Bschlaber Kreuzspitze Markierungen beim Aufstieg immer noch im Aufstieg zur Bschlaber Kreuzspitze

Nach kurzer Pause geht’s weiter Richtung Gipfel der Bschlaber Kreuzspitze. Der Pfad ist jetzt nur noch spärlich markiert und man kann erkennen, dass diese Route wirklich keine „Autobahn“ ist. Einziger Anhaltspunkt sind insgesamt drei Pfosten, die auf der ganzen Strecke zwischen Bortigscharte und Bschlaber Kreuzspitze verteilt sind. Dabei verläuft der Weg immer dicht am teilweise senkrechten Felsabbruch ins Beilekar. Wunderbare Tiefblicke laden für manche kurze Verschnaufpause ein. Wir sind froh, dass wir uns an der Bortigscharte unserer Jacken entledigt haben, denn beim steilen Aufstieg brennt uns die Sonne mittlerweile ganz schön im Nacken. „Haben wir wirklich schon Mitte Oktober?“ fragen wir uns. Als einziges Indiz hierfür sehen wir am Wegrand immer wieder Überbleibsel des kurzfristigen Wintereinbruchs im späten September. Mark hat eine Verschnaufpause weniger eingelegt und war dafür etwas schneller am Gipfel. Jetzt zum Eintreffen von Charly wird daher erstmal etwas im Gipfelbuch geschmökert.
Schlussanstieg Vorausblick auf den weiteren Verlauf des Kreuzspitzkamms Richtung Elmer Kreuzspitze am Gipfel der Bschlaber Kreuzspitze Aufstieg von der Bortigscharte im Rückblick Blick zur Namloser Wetterspitze

Nach einem schönen Eintrag lassen wir die grandiose Aussicht auf uns wirken. Im Rückblick sehen wir nochmals den Aufstieg von der Bortigscharte bis zum Gipfel. Gar mächtig und fast schon bedrohlich ragt hinter uns die Namloser Wetterspitze in den Himmel. Im Vordergrund sticht uns noch besonders der markante Zacken der Pfeilspitze ins Auge, die mit einem abweisenden scharfen Grat mit der Bschlaber Kreutzspitze verbunden ist. Hinter der Pfeilspitze verdeckt erhebt sich noch die Rotwand.
Eintrag ins Gipfelbuch Klimmspitze und Hochvogel grüßen Kreuzspitzkamm mit weißer Schneekante herrlicher Blick auf die Namloser Wetterspitze Blick ins Tal - der herauslaufende Rücken gehört dem Jöchle mit 1.901m
Panoramaaufnahme von der Bschlaber Kreuzspitze (mit leichten Zoom) von der Hornbachkette über den Hochvogel bis zur Saldeiner Spitze. Der markante Zacken links im Vordergrund gehört noch zur Pfeilspitze.
Klimmspitze und Hochvogel grüßen

Der Ausblick auf die Hornbachkette ist einfach überwältigend. Den Hochvogel haben wir mittels Fernglas mal etwas näher hergeholt, wir meinen sogar jemand auf dem Gipfel ausmachen zu können. Unser Ausgangspunkt Fallerschein ist von hier oben übrigens nicht zu sehen. Man hat dafür einen herrlichen Blick auf den weiteren Verlauf des Namloser Tals in Richtung Berwang und Bichlbach. Nach einer ausgedehnten Brotzeit reißen wir uns nach fast einer Stunde von der überwältigenden Aussicht los und satteln die Pferde *ööhm* die etwas erleichterten Rucksäcke. Ab jetzt beginnt der eigentliche Genussteil der Tour: die Überschreitung des Kreuzspitzkamms! Was von Fallerschein noch wie ein fast waagrechter Kamm aussieht, gestaltet sich in Wirklichkeit als stetiges auf und ab. Vor allem der Schlussanstieg zur Elmer Kreuzspitze ist um einiges steiler als es von unten auszumachen war...aber dazu später mehr.
weiter Richtung Elmer Kreuzspitze Stablsee vor der Kreuzspitze Rückblick zur Bschlaber Kreuzspitze Stablsee und komplette Pfeilspitze

Trittspuren sind hier nur wenig ausgeprägt, jedoch folgt man stetig dem Grat. Wenn es einem hier zu luftig wird, kann man dabei teilweise etwas nach links ausweichen. Schneereste vom September liegen knapp einen halben Meter unter dem Grat in einer Kuhle, bevor die Wand in unbegehbares Steilgelände abbricht. Laut Charly bilden sich hier im Winter riesige Schneewechten am Kamm. Von der Bschlaber Kreuzspitze geht es erst leicht bergab und dann wieder leicht bergauf. Die erste Erhebung von der Bschlaber Kreuzspitze ist übrigens nicht die Mittlere Kreuzspitze - falls hier jemand ins Grübeln kommen sollte. Mit einem wunderbaren Tiefblick auf den Stablsee, der zu Füßen der Pfeilspitze liegt, geht's nun mächtig steil nach unten. Auf der anderen Kammseite können wir nach Fallerschein blicken, das bislang durch das Jöchle verdeckt war. Die nächste kleine Erhebung vor uns ist jetzt wirklich die Mittlere Kreuzspitze. Der Gipfel wird zwar nicht durch ein Kreuz geschmückt, dafür mit einem symbolischen Steinhaufen, der gleichzeitig den höchsten Punkt des Kreuzspitzkamms mit 2.496m markiert. Einmal kräftig in die Luft gesprungen und wir kratzen die 2.500m-Marke (Red.Anmerk.:gibt das eigentlich Kratzwunden am Kopf?).
Der Schlussanstieg zur Elmer Kreuzspitze ist doch nicht ganz so flach ist wie man aus dem Tal vermuten konnte. Von der Mittleren Kreuzspitze geht es zunächst leicht bergab und rote Wegmarkierungen für den Anhalter Höhenweg mit der Nummer „617“ begleiten uns dabei. Der jetzt folgende Felsabschwung wird linksseitig umgangen. Für die Sicherheit sind hier einige Seilsicherungen angebracht. Somit sollte diese Stelle auch von Wanderern bewältigt werden können, die sich in dem steilen Gelände nicht ganz so sicher sind. Diese Stelle ist gleichzeitig auch als Schlüsselstelle dieser Grattour zu bezeichnen. Man sollte sich nicht verleiten lassen hier direkt dem Grat zu folgen: am Ende des Felsblocks bricht dieser nämlich senkrecht nach Norden ab. Sieht der Felsblock von unserer Richtung kommend noch ziemlich harmlos aus, ist er im Rückblick umso abweisender. Charly schaut währenddessen nochmal kurz nach Fallerschein, ob an seiner Hütte alles klar ist.
ein mickriger Steinhaufen markiert den Gipfel der Mittleren Kreuzspitze weiterer Verlauf zur Elmer Kreuzspitze Abstieg von der Mittleren Kreuzspitze Umgehung der Felsstufe Umgehung der Felsstufe a la Charly

Nach einem weiteren kleinen Felsabschwung dürften wir uns jetzt an der tiefsten Stelle des Kamms befinden. Die Felspassage ist im Abstieg mit besonderer Vorsicht zu genießen; die Markierungen sind sehr spärlich und von oben auch nur schwer einzusehen. Aufgrund fehlender Seilsicherungen kann man diesen diesen Abschwung als die zweite Schlüsselstelle dieser Tour bezeichnen. Griffmöglichkeiten sind dennoch ausreichend vorhanden und sollten - wie bereits beim ersten Abschwung - dem erfahrenen Bergwanderer keine Schwierigkeiten bereiten. Wenn man dann erst mal unten ist, sind die Markierungen gleich etwas besser auszumachen...nur nutzen Sie einem dann nichts mehr *grins*.
zwischen den beiden markanten Felsstufen noch schnell ein Blick ins Tal geworfen felsige Stellen im Rückblick verbleibendes Gratstück zur Elmer Kreuzspitze nochmal Blick zurück auf den Abstieg von der Mittleren Kreuzspitze

Konzentrieren wir uns wieder auf den weiteren Wegverlauf, der uns jetzt immer knapp am Grat entlang bergauf zur Elmer Kreuzspitze führt. Dass das nochmal ein ganz schönes Stück Arbeit ist, lässt sich aus Charly's Gesicht ablesen. Im gutem Gehgelände kommen wir aber trotzdem zügig voran. Im Rückblick sehen wir nochmal den Gratabschwung von der Mittleren Kreuzspitze. Charlys Blick schweift nochmals Richtung Knittelkarspitze - einer seiner 'vielen' Lieblingsberge. Im Hintergrund hebt sich der Hochvogel ein weiteres Mal eindrucksvoll von seiner Umgebung ab. Direkt an seiner Schulter lugt noch etwas die Klimmspitze als letzter Berg der Hornbachkette hervor. Mark hat wieder eine Verschnaufpause ausfallen lassen und ist etwas vorausgeeilt, aber keine Sorge, auch Charly erreicht bald den letzten Gipfel der heutigen Tour. Mark schaut schon mal in Richtung Kelmen, ob er den Gasthof Wetterspitze ausmachen kann (Red.Anmerk.:knurrt da der Magen?). Im Hintergrund erhebt sich das gewaltige Zugspitzmassiv und auf der anderen Seite können wir bis ans obere Ende des Lechtals schauen.
Endspurt Charly mit Hochvogel und Klimmspitze im Nacken letzter Anstieg zur Elmer Kreuzspitze Blick nach Kelmen und auf das Zugspitzmassiv Blick ins Lechtal

Auf dem Gipfelkreuz ist ein Warnhinweis angebracht, dass man sich auf dem Weg zur Bschlaber Kreuzspitz stets am Grat halten soll. Der gleiche Hinweis ist übrigens auch am Kreuz an der Bschlaber Kreuzspitze angebracht. Die eindrucksvollen Ausblicke laden zu einer kurzen Rast und einer kleinen Stärkung ein. Das Tal hinunter Richtung Elmen können wir auf halbem Weg eine Jagdhütte ausmachen und denken uns: hier führt bestimmt unser Abstieg vorbei. Mal sehen ob wir später Recht haben. Wirklich ein "Wahnsinn" wie klar der Himmel und grandios die Weitsicht heute sind. Charlys Hausberg, die Namloser Wetterspitze sticht einem aus dieser Position als schroff und abweisend ins Auge, dabei hat der Berg von Südenwesten eine ganz sanfte Seite, über die auch der Normalaufstieg führt.
Gipfelglück Warntafel am Gipfelkreuz der Elmer Kreuzspitze Blick in die Ferne Namlos, Fallerschein und Namloser Wetterspitze

Panoramaaufnahme von der Elmer Kreuzspitze mit dem weiteren Gratverlauf zum Elmer Muttekopf. Linkerhand sind wieder die Hornbachkette und der Hochvogel zu sehen. Ganz rechts im Hintergrund sieht man Rauhorn und Geißhorn aufragen.
Klimmspitze und Hochvogel grüßen

Da ich noch eine weite Heimreise vor mir habe, reißen wir uns schweren Herzens los und treten den Abstieg ins KRatzertal Richtung Stablalm an. Im Zick-Zack verläuft der Abstieg linkerhand des Verbindungsgrates zum Elmer Muttekopf, während der Grat rechts fast senkrecht zum Karboden abfällt. Der Felsriegel wird linkerhand umgangen bzw. unterhalb gequert. Im weiteren Gratverlauf würde hier der Elmer Muttekopf folgen, welcher ebenfalls durch keine markierte Wege erschlossen ist. Wenn man den Blick beim Abstieg nicht auf den Boden richten muss, hat man ständig die prächtige Kulisse mit Hochvogel und Hornbachkette vor Augen. Die Tiefblicke in den Karboden und das Schafkar sind ebenfalls Wahnsinn. Da wird einem alleine schon beim Anblick schwindelig.
Namloser Wetterspitze in die Ferne schweifen Aufbruch zum Abstieg die ersten Meter Richtung Elmen weitere Meter Richtung Elmen


Wir haben mittlerweile schon ein weiteres Stückchen geschafft und bewundern im Rückblick zum Gipfel nochmal das im Sonnenlicht spiegelnde Gipfelkreuz. Dabei nutzen wir gleich den Augenblick und knipsen jeweils ein Bild von uns mit der Elmer Kreuzspitze im Hintergrund. Der Weiterweg in das tief unten im Lechtal liegende Elmen lässt aber nicht lange auf sich warten. Der hier recht ausgeprägte Pfad schlängelt sich in gleichmäßigen Serpentinen den steilen Grashang hinunter. Inzwischen sind wir uns auch ziemlich sicher, dass der Abstieg an der von oben bereits ausgemachten Jägerhütte vorbeiführt. Klaro, weil die nun auf dem direkten Weg vor uns liegt. Ständig sind beim Abstieg nun rote Markierungen zu sehen, weil der Weg von dieser Seite eindeutig besser markiert und auch ausgeprägter verläuft als der Anstieg zur der Bortigscharte und des weiteren Gratverlaufes.
Rückblick zur Elmer Kreuzspitze Mark beim Abstieg von der Elmer Kreuzspitze Charly beim Abstieg von der Elmer Kreuzspitze da unten im Lechtal liegt Elmen noch mehr Elmen

Panoramablick auf den Verlauf des Kreuzspitzkamms. Die Aufnahme entstand an der Stelle, wo wir den Gratverlauf zum Muttekopf verlassen haben und Richtung Kratzertal abgestiegen sind (kurz vor dem Felsriegel).
Klimmspitze und Hochvogel grüßen

Die Sonne brennt immer noch unermüdlich und das leichte Lüftchen von oben auf dem Grat haben wir hier im Abstieg nicht mehr. Charly nutzt die Trinkpause und wechselt kurz seine Hose in ein kürzeres Exemplar ("Ausziehen, ausziehen!!"). Spontan fällt uns ein: was darf auf keiner Tour fehlen? Natürlich das obligatorische Gruppenbild (Red.Anmer.: auch wenn es nur ne Zweiergruppe ist *lach*). Mittels Selbstauslöser wird das schnellstens nachgeholt. Und wiedereinmal sticht uns hier ein alter Bekannter - wie könnte es auch anderst sein - ins Auge: Der Hochvogel. Nach dem Schnappschuss geht es weiter bergab. Langsam begegnen uns die ersten Latschen, kurz darauf haben wir die Baumgrenze erreicht. Der Gipfel der Elmer Kreuzspitze ist von hieraus schon richtig weit entfernt und damit sollte der Großteil des Abstiegs bereits hinter uns liegen.
ausgezeichnete Markierungen Gruppenbild vor herrlicher Kulisse erhabener Hochvogel Rückblick zur Elmer Kreuzspitze

Der Pfad führt teilweise im angenehmen Schatten der Bäume weiter Richtung Stablalm. Die Bänke an der Jausestation sehen ziemlich leer aus. Trotzdem sind einige Grüppchen unterwegs und nutzen das schöne Herbstwetter. Charly zückt - wie es sich im Outdoor-Bereich gehört - sein Handy und ordert schon mal den „Fahrdienst“ zum Parkplatz in Elmen. Wir queren die Wiese – was sich später als kleiner Fehler herausstellen sollte – und folgen dem Fahrweg Richtung Elmen.
oberhalb der Jausenstation Stablalm nicht mehr ganz soweit oberhalb der Stablalm fast bei der Stablalm Call my Number - Abholdienst-Orderung
Blick auf den Kreuzspitzkamm bei der Stablam. Erstaunlicherweise erscheint der Grat von hier unten relativ flach zu verlaufen - was so ganz und gar nicht mit der Realität übereinstimmt.
Klimmspitze und Hochvogel grüßen

Ständig halten wir Ausschau nach der Abzweigung für den direkten Abstieg zum Parkplatz; der kam jedoch nicht. Somit blieb uns nur, weiter auf dem Fahrweg ins Tal zu schlendern und dabei einen kleinen Umweg zu machen. Die Schotterstrasse führt dabei recht weit nach Norden, um fast in der Höhe von Martinau wieder südwärts nach Elmen zu führen. Gelegentlich lassen sich die großen Serpentinen wenigstens durch kleinere querende Pfade abkürzen.
Endlich am Parkplatz angekommen, konnten wir auch den Verlauf des direkten Abstieges auf die Stablalm ausmachen. Wie Charly später herausfand, hätten wir nicht die Wiese an der Stablalm queren dürfen, sondern uns etwas links halten müssen. Von dort zweigt ein beschilderter und direkt zum Parkplatz führender Pfad ab. Da Sonja, Charlys liebe Frau und unsere Chaufesse, noch fehlte – war unser kleiner Umweg nicht weiters tragisch. Wir leerten unsere restlichen Getränkevorräte und fuhren nach Sonja's Ankunft mit dem Auto gleich zurück nach Fallerschein. An dieser Stelle bleibt nur nochmals mein herzlicher Dank an Charly nebst Familie für die tolle Organisation und Gastfreundschaft. Damit endet auch meine direkte Berichterstattung. Gruß Mark.

Inzwischen war es bereits Abend und für Mark höchste Eisenbahn sich wieder auf das Motorrad zu schwingen und die Heimreise anzutreten. Natürlich darf ein letzter Blick auf das erwanderte Tageswerk nicht fehlen. Nebenbei mühte sich Luca, Charlys Junior, beim Tragen von Papa's Rucksacks noch ziemlich ab, um vielleicht bald bei einer großen Tour mit dabeizusein? *schmunzel*.
Abkürzung zwischen den weit ausholenden Kurven des Schotterweges zur Stablalm über Stock und Stein auf der Schotterpiste zurück in Fallerschein Luca hilft fleissig auf den letzten Metern

Das war's aus Fallerschein und dem Bericht von einer herrlichen Tour über die Kreuzspitzgipfel. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.
(Mark, Charly, 10/2007).
Fazit:
Traumhafte und sehr einsame Grattour vom Parkplatz zwischen Stanzach und Namlos, Abzweigung zum Almdorf Fallerschein. In wundervoller Vegetation - jahreszeitbedingt mit herrlich bunter Herbstfärbung - bietet die recht einsame Kammtour über steile Grasberge atemberaubende Blicke auf die großen Lechtaler Berge und die Hornbachkette. Die Aussicht reicht weiter von der Hochfläche des Großen Wilden, vorbei am Hochvogel bis zur Saldeiner Spitze, die als letzter alleinstehender großer Gipfel, Ende des Lechtals trohnt. Teilweise gehen wir auf dem Anhalter Höhenweg, die Instandhaltung und Markierungen lassen hier teilweise etwas zu wünschen übrig. Die Wegfindung auf dem ein wenig ausgesetzten Grat ergibt sich aber von alleine. Bei Nässe und Gewittergefahr ist von der Tour in jedem Fall abzuraten. Abstieg über die Stablalm nach Elmen und Rückfahrt mit dem PKW nach Fallerschein.

Weitere Links und ausführliche Hinweise:
Tipps
Parkmöglichkeiten:
Das Auto parkt man am besten auf dem Parkplatz kurz vor Namlos bei der Abzweigung nach Fallerschein. Am Parkplatz ist auch eine Bushaltestelle - demnach ist auch eine Anreise mit öffentlichen Verkehrmitteln denkbar. Das hat den Vorteil, dass man beim Abstieg nach Elmen nicht mehr an den Ausgangspunkt zurück muss.
beste Wanderzeit:
Sommer und Herbst. Über die aktuellen Verhältnisse am Besten vorher über die einschlägigen Quellen im Internet informieren. Empfehlenswert ist eine Anfrage im Alpic.net-Forum. Ansonsten sehr schöne, teilweise einsame Tour bis in den Herbst hinein - solange es trocken und schneefrei bleibt.
Gefahr heraufziehender Gewitter wird von dieser Tour dringend abgeraten.
Auswertung der GPS-Daten
Mit dem sog. GPS-Track kann u.a. mit Programmen wie Google Earth der Routenverlauf betrachtet werden. "Google Earth" verwendet das Dateiformat .kmz (=komprimiert) bzw. .kml. Öffnet man die KMZ-Datei bzw. KML-Datei in "Google Earth", wird man automatisch zu den in den Dateien gespeicherten Orten (Koordinaten) geleitet.

Tour in der Rosszahngruppe als Höhen- und Streckenprofil
Route und Profil:
- Online: Online GPS-Viewer URL: http://www.wanderpfa.de/touren/Tour17/Kreuzspitzrunde.gpx
- GPS-Tracks: .kml / .gpx

Übersicht