Tour 5: Hochvogel und Bäumenheimer Weg (26.06.2004)

Anreise
D-75181 Pforzheim nach A-Hinterhornbach über Pfronten
Entfernung: ca. 290km Fahrzeit: ca. 3 Std

Über die A 8 nach "Ulm", auf die A 7 Richtung "Kempten" - bis zur Autobahnausfahrt Nr. 130 "Oy-Mittelberg" - dann Richtung "Pfronten". In Pfronten dann mitten im Ort rechts abbiegen nach "Tannheim/ Grän". Eine schmale und eher weniger befahrene Straße führt durchs beschauliche Tannheimer Tal. In "Grän" biegen wir dann nach links ab Richtung "Weissenbach/Stanzach". Dort stoßen wir auf die Bundesstraße von "Füssen/Reutte" kommend und biegen hier rechts ab. Nach "Stanzach" kommen wir nach "Vorderhornbach", biegen dort nach rechts ab ins Seitental nach "Hinterhornbach". Dort fahren wir bis zum Ende des Ortes und parken da-schau-her kostenlos an der "Gufelbrücke".
Hier besondere VORSICHT vor freilaufenden Enten und anderen Zweibeinern.
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Ausrüstung
  • gute Wanderbekleidung (einschl. Regenjacke etc.)
  • festes Schuhwerk für Geröll
  • Grödl zum Queren der Rinne im Aufstieg und von Schneefeldern (teilweise bis in Spätsommer)
  • Kinder beim Aufstieg über den Bäumenheimer an markanten Stellen ans Seil nehmen
  • Stöcke - erleichtern sicheren Stand übers Geröll, im Schnee und bei Steigung/Gefälle
  • in der Hauptsaison Helm zum Schutz vor herabfallenden Steinen von Vorauswandernden
  • Sonnenschutz für Kopf (Tuch/ Hut) und Haut (Sonnenmilch -spray)
  • Notfall-Set (praktisch 1.Hilfe-Tasche für Motorrad)
  • ausreichend Flüssigkeit da keine Einkehrmöglichkeit (außer Abstieg vom Gipfel zum Prinz-Luitpold-Haus)
  • krampflösende Calcium-Magnesium-Tabletten (günstig in jeder Drogerie)
zur Linkseite: "Ausrüstung"
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Wegbeschreibung
Blick von Lumberg/Grän auf das erwachende Gaishorn Wir hatten uns für das neue Jahr wandertechnisch viel vorgenommen und sind so einige Touren bereits in Gedanken angegangen. Boris (www.gipfelsuechtig.de) kann davon sicher ein Lied singen, schließlich haben wir ihn zu so mancher Tour ordentlich gelöchert - nochmal einen Dank an dieser Stelle.
Der Winter wollte sich diesmal aber auch wirklich nicht so richtig verabschieden, und der Frühling bescherte den Gipfeln desöfteren nochmals ein weißes Kleid.
So warteten wir fast schon sehnsüchtig auf eine Möglichkeit zur Saisoneröffnung 2004 mit unserer 1. Tour.
Die bot sich dann recht kurzfristig am 26.06.2004. Dieser Samstag war, außer bei Eni, in unseren vollgestopften Terminkalendern noch frei. Die Wetterfrösche prophezeiten einen herrlichen Tag - und diesmal sollten sie wirklich recht behalten.
Hinterhornbach stand als Ausgangspunkt zwar schon fest, das Tourenziel wollten wir dagegen erst anhand den Verhältnissen vor Ort festlegen: Kanzbergtour oder evtl. Hochvogel.

Die Anfahrt, die früh um 4.00 Uhr begann, verlief recht problemlos, und wir passierten bereits gegen 6 Uhr die Grenze nach Österreich. Kurz vor der Ortschaft "Grän" (Lumberg im Tannheimer Tal) sahen wir das Gaishorn (Bild oben), wie es von den ersten Sonnenstrahlen eingefangen wurde. Auf diese Entfernung waren nur noch kleinere Schneefelder auszumachen. Wenn das am Hochvogel ähnlich aussah - hätten wir uns schon auf das Ziel geeinigt.
Durchs Tannheimer Tal übers Lechtal ins Hornbachtal bis zur Abzweigung ins Jochbachtal *grins*...erreichen wir um 6.30 am Ortsende von Hinterhornbach den Parkplatz an der Gufelbrücke. Schnell in die Wandermontur gewechselt und das Gepäck geschultert gehts kurz danach los. Der Weg zum Hochvogel ist von hier ab bereits ausgeschildert. Man läuft zunächst kurz auf der Straße und zweigt dann den Auschilderungen/Markierungen (roter Punkt) folgend in einen Wanderpfad ab, der immer mal wieder einen ebenfalls aufwärts ziehenden Forstweg abkürzend quert.
Über uns sind die markanten Zacken des Hochvogels zu erkennen. Der Rest bleibt noch verborgen. Der problemlos zu laufende Pfad führt über grasige Waldlichtungen sehr schnell an Höhe gewinnend aufwärts. Nach einer 3/4 Stunde Gehzeit öffnet sich dann linkerhand zum 1. Mal so richtig der Blick auf Kanzberg und Höllhörner.
Zacken des Hochvogels kurz oberhalb des Parkplatzes Auswahl: Entweder lesen können oder einfach dem roten Punkt folgen aufwärts führender Steig Kanzberg

Als glücklicher Umstand der Hochvogelbegehung von der Südseite aus kann durchaus der kühlende Wald gesehen werden, der uns den einstündigen Aufstieg bis zu den Schwabegg-Hütten recht angenehm machte. In praller Sonne wäre ein Aufstieg bestimmt schweißtreibender verlaufen. Die Bäume weichen mit Erreichen der unbewirtschafteten Schwabegg-Hütten (1.699m) bereits zurück und geben hier ein einmaliges Panorama auf die umliegenden Berge frei.
Blick vom Aufstieg zum Hochvogel ins Jochbachtal, mit Kanzberg, Jochspitze, Höllhörner und Wildengruppe


Ein kurzes Päuschen auf der Schwabegg-Sitzbank und die traumhafte Aussicht auf die Hornbachkette genossen.
Blick von den Schwabegghütten auf Urbeleskarspitze und Kaufbeurer Haus


Im Rücken trohnt bereits die Südwand des Hochvogels, deren schneebedeckten Ausläufer im Rosskar jetzt gut zu erkennen waren. Eine kleines Gedenkkreuz fordert auf dem Weiterweg zum Eintragen oder besser gesagt "Anmelden" auf, damit in Notfällen oder bei Zurückbleiben im Berg schneller Hilfe möglich ist.
Weiter gehts teilweise durch Kiefern und Latschen, bis wir nach einer weiteren 3/4 Std. auf einem begrasten Kammausläufer zum Fuß des Südostrückens des Hochvogels gelangen. Hier zweigt der Pfad links in den weiterhin rot markierten Bäumenheimer Weg ab. Der Ausblick hier oben ist einfach grandios.
Gedenkkreuz vor Hochvogel Blick auf Kanzberg, Höllhörner und Wildengruppe Mark am Einstieg in den Bäumenheimer Weg

Kurz oberhalb der Schwabegg-Hütten waren wir von Wolfgang vom DAV Memmingen überholt worden, der mittlerweile ein gutes Stück vor uns die Schneefelder querte. Wir konnten als alte erfahrene Spurenleser an seinen Schuhabdrücken erkennen, dass er keine Grödl für die Überquerung angelegt hatte.
Die ersten kleinen Schneefelder legten wir auch ohne zurück, bis wir dann an das große und bis auf den Südsporn hinaufführende Schneefeld kamen. Der pappige Schnee an sich war nicht das Problem, nur die Neigung hatte bedenklich zugenommen. Wir gingen auf Nummer sicher und schnallten uns unsere Grödl an. Das verlieh uns einen sicheren Tritt und auch ein gutes Gefühl.
Kurz danach wich das Schneefeld zurück und der Untergrund wechselte in Geröll und Grasbüschel.
Schneefeldbalance weiter am Balancieren Südsporn des Hochvogels Einstieg zwischen Felsenwänden

Hinweis: Das Queren der Schotterhalden des Rosskars zwingt vor allem nach schlechtem Wetter wegen Steinschlaggefahr zu besonderer Vorsicht.

Für erfahrene (geübte) und schwindelfreie Bergwanderer ist dieser Aufstieg dank der herrlichen Tiefblicke ins Hornbachtal einer der eindruckvollsten in den Allgäuer Alpen. Gerade beim weiteren Aufstieg auf dem Grat eröffnen sich immer wieder reizvolle Blicke auf die Gipfellandschaften der westlich gelegenen Wildengruppe und auch Krottenspitzgruppe. Hierzu auch gleich das passende 'Widescreen'-Bild:
Blick von der Westflanke des Hochvogels auf die umliegenden Berge



Über Schrofen und Geröll erreichten wir schließlich einen kleinen freien Absatz mit einem unbekannten Gedenkkreuz. Vielleicht kann uns jemand hierzu nähere Hinweise geben.
Nach einer Verschnaufpause mit Calcium-Versorgung auf dem recht exponierten und sehr aussichtsreichen Absatz ging es auch gleich aussichtsreich weiter: Die berüchtigte Rinne, die u.a. auch in der 'Hochvogelüberschreitung' von Boris als sehr markante Stelle erwähnt wird, schaute scheinbar etwas aus Ihrer Rinne heraus auf uns herunter...und wir hinauf. Sah optisch eigentlich ganz gut aus.
Schrofen und Geröll Rinne von fern Blick  zurück auf den Weg des Aufstieges

Erst beim Erreichen der Rinne sahen wir, wie klein wir doch dagegen wirkten. Wir nutzten die vorhandene Kluft am linken Rand der Rinne. Man läuft nun direkt zwischen einer senkrechten Felswand und einer über zwei Meter dicken Schneewand. An einer Stelle lässt sich das Schneefeld dann erklimmen und man quert die Rinne etwas ansteigend nach rechts. Wir folgten dabei den Spuren von Wolfgang, nicht aber ohne vorher die Grödl angelegt zu haben. Das Schneefeld in der Rinne fällt ziemlich steil ab und endet beim Abrutschen unweigerlich in einem unkontrollierten Absturz. Für uns war das bis zum jetzigen Zeitpunkt die Schlüsselstelle und bedurfte größter Aufmerksamkeit.
Normalerweise führt die Markierung nach dem Queren auf der rechten Seite gleich über schrofiges Gelände. Wir sind dagegen am rechten Rand des Schneefeldes noch weiter hoch gestiegen und dann weiter oben nach rechts auf markierten Grund gestoßen.
In einer Tourbeschreibung ließt sich der Verlauf so: Weiter nach rechts hinauf auf eine weitere mächtige Rippe, die über Bänder und Rinnen, dazwischen eine lehmige Unterbrechung auf der Grathöhe und zuletzt nach links durch eine geröllgefüllte Einbuchtung direkt zum Gipfelfelsen leitet. Mark verdeutlicht hier gut das Ausmaß der zu erklimmenden Steinbänder etwas unterhalb des Gipfelfelsens.
mächtige schneegefüllte Rinne Ausstieg aus der Rinne mit Blick nach unten weiter gehts über terrassiges Gestein Geröllband unterhalb des Gipfels steinbruchähnlicher Aufstieg

Und wie aus dem Nichts tauchte hinter einem letzten sich aufbäumenden Felsen das Gipfelkreuz vor uns auf. Freudige Stille - wir hatten es geschafft! Zudem gehörte uns 'für den Augenblick' der Gipfel ganz alleine - WAAAHNSINN!!
Erst mal in aller Ruhe ein schönes Gipfelfoto und danach einen Eintrag ins Gipfelbuch gemacht. Nur schade dass Eni diesen Moment auf dem Gipfel nicht mit uns erleben konnte. Aber der Berg läuft zum Glück ja nicht weg, gell Eni?
Besonders schön zu sehen ist aus dieser Perspektive fast der gesamte Verlauf des Jubiläumsweges. Und was uns schon immer beschäftigt hat, ob man den Hochvogelgipfel vom PLH aus sehen kann, ist somit auch geklärt. Was auf dem Bild ganz rechts noch fast nicht zu erkennen ist, wirkt gezoomt ein Bild weiter schon etwas deutlicher.
langersehntes Gipfelkreuz Gipfelglück vor traumhafter Kulisse Eintrag ins Gipfelbuch Kreuzspitze, Prinz-Luipold-Haus

Über den Rücken der Kreuzspitze hinweggezoomt rückt das PLH fast zum Greifen nah. Die Terasse war gar nicht besucht und wie uns die später auf dem Gipfel eingetroffenen Manfred & Co. erzählten, waren an diesem Samstag bis auf eine extra angereiste Seminar-Gruppe auch nur einzelne Paare zum PLH aufgestiegen. Das neue Pächter-Ehepaar soll zudem sehr freundlich sein und überhaupt sprachen sie von einer überaus angenehmen Atmosphäre.
Unser Blick saugte gierig die umliegenden Gipfel auf. Dabei schweifte der Blick auch auf den markanten und nasenartig gewölbten Schneck und die hinter der Wildengruppe herausblickende vielspitzige Höfats.
Prinz-Luitpold-Haus etwas näher Blick auf die Terasse des Prinz-Luitpold-Hauses imposant aufragender Schneck hervorschauende Höfats

Zwischenzeitlich erreichten Manfred & Co. den Gipfel. Sie waren nach einer Nacht auf dem Prinz-Luitpold-Haus gleich morgens losgelaufen und über die Balkenscharte und den Kalten Winkel aufgestiegen.
Da Sie keine Kamera mitführten nahmen Sie gerne die Dienste von Kameramann Mark in Anspruch und dürften sich demnächst über Post in Ihrem Briefkasten freuen.
Die Aufnahmen, die die beiden von uns machten sind durch Überbelichtung wegen dem Schneefeld am Gipfel leider etwas dunkel ausgefallen. Egal, wir haben ja noch ein gemeinsames Gipfelkreuzbild.
Wir genossen noch etwas das Panorama und begannen dann langsam an den Abstieg zu denken. Der Zustand des Weges aus Richtung Kreuzspitze machte uns auch keine Sorgen mehr, nachdem von oben zwischenzeitlich noch zwei andere Paare beim Aufstieg von dieser Seite zu beobachten waren.
Nur wenige Meter unterhalb des Gipfelkreuzes gab es gleich Gelegenheit die Bergflora zu bestaunen: unglaublich, was in dieser Höhe und bei allen nur denkbaren Witterungsverhältnissen noch wachsen kann.
Manfred & Co. aus Hamburg Abschied vom Gipfel Mauerblümchen

Der Abstieg Richtung Kreuzspitze und Kaltwinkelscharte verläuft auf einem gut begehbarem Steig, führt teilweise unter Zuhilfenahme der Hände über größere Felsstufen, stellt aber bei normalen Verhältnissen keine größeren Anforderungen an den geübten Wanderer. Von etwas unterhalb zurückgeblickt, gleicht der Aufbau des Hochvogels einem einzigen Geröllhaufen.
Beim Abstieg hatten wir natürlich auch einen hervorragenden Blick auf die sogenannte "Schnur" - ein schmales an der Westschulter vorbeiführendes Felsband. Das markante Erscheinungsbild ist auch ein regelmäßiges Fotomotiv bei Tourenbeschreibungen und sieht auf diese Entfernung wirklich ziemlich haarig aus. Wenn man dann aber erstmal soweit abgestiegen ist und sich dann auf der "Schnur" befindet, ist alles nur noch halb so schlimm.
Von unten auch gut zu sehen der für den Hochvogel so charakteristische Aufbau aus triassischem Hauptdolomit.
Abstieg Richtung Kreuzspitze eine einzige Geröllhalde Blick nach oben - terrassenartig geschichtet - Schichtvogel auf der Schnur unterwegs
begehbares Felsenband am Hochvogel - sog. Schnur

Die "Schnur" ist, Schwindelfreiheit und natürlich gute Witterungsverhältnisse vorausgesetzt, recht anspruchslos zu begehen - an einer Stelle heisst es allerdings: "Kopfeinziehen". Man gelangt dann auf einen doch etwas größeren Vorsprung, an dem eine Steinpyramide aufbebaut ist. Eine richtige Aussichtsplattform, bietet sie doch eine herrlichen Blick auf Wildengruppe, Höfats und Schneck...und im Hintergrund auf einen weissgekrönten "Hofen Ifen".
Nach Umlaufen der Westschulter gelangen wir zur Kaltwinkelscharte. Hier steht man vor der Möglichkeit über die Kreuzspitze (2.369m) auf drahtseilgesichertem Steig über steilgestuften Fels Richtung Prinz-Luitpold-Haus zu wandern (unschwierige I-er Kletterei lt. Gebietsführer Allg.Alpen), oder in den "Kalten Winkel" abzusteigen. Natürlich könnte man je nach konditioneller Verfassung auch erst auf die Kreuzspitze, dann über die Balkenscharte und von dort wieder in den Kalten Winkel absteigen, bevor man das Fuchskar quert. Unsere Kondition war jedenfalls bis an die Grenzen ausgereizt *schwitz*.
Manfred hatte uns am Gipfel den Tipp gegeben, über die Kaltwinkelscharte auf dem Schneefeld hinunterzurutschen und frühstmöglichst in das Fuchskar zu queren. So ließen sich einige Höhenmeter sparen. Was sich so einfach anhört, kostet dann doch einiges an Überwindung, vor allem wann man von der Kaltwinkelscharte auf ein abschüssiges und schier endloses Schneefeld blickt. Nach den ersten Gehversuchen und der richtigen Technik machte es aber wahnsinnigen Spass, das Schneefeld hinabzufahren (unter mehrmaligem Einsatz der Backenbremse).
Felsvorsprung Abstieg Kaltwinkelscharte von unten fotografiert Abstieg Kaltwinkelscharte von oben fotografiert ganze Dimension der Kaltwinkelscharte

Nach Abrutschen einiger Höhenmeter hatten wir die seitliche Fuchskarbegrenzung über uns gelassen und querten nun ins Fuchskar ein. Rechterhand türmte sich die mächtige Ostwand des Hochvogels auf und wir bewegten uns über deren schneebedeckten Geröllfelder. Auf die Schneedecke waren gut sichtbar abertausende Geröllstücke heruntergeprasselt, was ein Hinweis auf akute Steinschlaggefahr war. Deshalb wahrten wir einen doch etwas größeren Sicherheitsabstand, sparten dadurch aber immer noch mindestens eine Stunde reine Gehzeit im Vergleich zum normalen Wegverlauf. Den Vergleich der Wegverläufe kann man an den gemachten Aufnamen gut nachvollziehen.
Gegen Ende des Fuchskars öffnete sich das Schneefeld zunehmend und wir mussten einige kurze unangenehme Stücke der Geröllfelder queren. Bei jedem Tritt schien das Geröll mit einem selbst wegzurutschen. Glücklicherweise gelangten wir bald auf den von unten heraufführenden Normalweg.
weiterer Verlauf durchs Fuchskar regulärer Abstieg von der Balkenscharte Schotterfeldquerung im Fuchskar

Die Querung der Schnee- und Geröllfelder ging zunehmend an die Substanz. Jeder Tritt musste exakt ausgeführt werden und forderte unsere ganze Kraft und Konzentration. Da half nach Erreichen des Normalen Weges nur ein ausgiebiges Verschnauf-Päuschen mit neuer Energieaufnahme.
Man hat die ganze Zeit den gesamten Wegverlauf vor sich, was beim Absteigen/Aufsteigen von/zur Balkenscharte psychologisch sicher weniger gut ist. Dagegen schien der Weg auf den Fuchsensattel über ein schrofiges Band optisch gut zu verlaufen - besonders weil hier auch kein verharschter Altschnee mehr lag, der Boris bei seiner Tour noch fast zum Verhängnis geworden war.
Eine gute halben Stunde war nach unserer Pause im Schotterfeld vergangen, als wir ohne große Probleme den Fuchsensattel (2.039m) erreichten. Wir blicken schon etwas stolz zurück auf den Kalten Winkel und das Fuchskar, die wir heute zwar noch nicht meisterlich, aber immerhin als gelungenes Gesellenstück bezwungen haben.
Mit dem wunderschön blühenden blauen Enzian auf dem grünen Sattelkamm konnten wir aber leider nicht anstoßen.
Die vor uns liegende Durchquerung des Kuhkars bedeutete schon langsam Abschied nehmen vom Erlebnis Hochvogel.
Pause im Fuchskar aus dem Fuchskar zum Fuchsensattel auf dem Fuchsensattel mit Rückblick auf Kaltwinkelscharte auf dem Fuchsensattel mit Rückblick auf Kaltwinkelscharte blauer Weggenosse Verlauf des Weges durchs Kuhkar

Was folgte war ein Queren sanft auslaufender Geröllfelder und noch einzelner Schneereste im Gegenanstieg zum Abzweig und eigentlichen Einstieg/Austieg des Bäumenheimer Weges (1.975m). Der Weg verläuft fast ohne Höhenverlust - in der 3/4 Stunde bis zur Abzweigung geht es gerade mal 60m runter. Was auf der ganzen Strecke bleibt ist ein einmaliges Panorama auf die einsame Roßzahngruppe im Rücken und die Hornbacher, auf die man geradewegs zuzulaufen scheint.
Schon mit etwas Wehmut verlassen wir dann den Bäumenheimer und steigen zu den Schwabegg-Hütten ab, bei denen wir uns nochmal ein ausgiebiges Päuschen gönnen und einfach die Landschaft und das am heutigen Tag erlebte auf uns wirken lassen.
Wir bedanken uns leise für das durchgängig traumhafte Wetter und für das gute Gelingen einer herrlichen Panorama- und Erlebnistour.
Auf dem restlichen Abstieg nach Hinterhornbach auf dem bereits bekannten Aufstiegsweg, werden wir die ganze Zeit von der Hornbachkette beobachtet, so als wartete sie demnächst auf einen Besuch von uns *grins*. Nach gerade mal neun Stunden waren wir wieder an unseren Ausgangspunkt an der Gufelbrücke zurückgekehrt und schenkten unseren Füßen Ihre verdiente Freiheit (Mark, Oliver 06/2004).
Blick von der Abzweigung Bäumenheimer Weg durchs Kuhkar zurück zum Fuchsensattel zurück bei den Schwabegghütten Siesta mit geschafftem Tagesziel im Rücken schattiger Abstieg nach Hinterhornbach Finish einer super Tour um 15.45

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Fazit:
Eine beeindruckende Tagestour, die eher Ansprüche konditioneller Art stellt, als die doch eher selten ausgesetzte nette Kraxelei (ganz kleine Passagen mit nicht mal I) über den Bäumenheimer Weg. Die Durchführbarkeit hängt dennoch stark vom Wetter und den Verhältnissen am Berg ab. Man sollte sich deshalb vor dieser Tour ausreichend über beides informieren. Für kleinere Kinder ist diese Tour wie angesprochen auch eher konditionell als technisch ein Problem (wenn überhaupt dann nur mit Seilabsicherung z. B. an der markanten Rinne). Aufgrund der permanenten akuten Steinschlaggefahr sollte diese Tour auch nicht ohne Bergsteigerhelm angegangen werden. Ausführliche Hinweise gibt auch Boris mit dem Bericht seiner Hochvogelüberschreitung, auf den gleich anschließend verlinkt wird.
Wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal hier...haltet durch bis zum nächsten Mal

Weitere Links und ausführliche Hinweise:
Karte "Allgäuer Alpen" vom Bayr. Landesvermessungsamt (1 : 50 000) mit GPS-Gitter


Karte "Ehrwald-Lermoos-Reutte-Tannheimer Tal" von freytag & berndt (1 : 50 000)


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Tipps
Parkmöglichkeiten:
Das Auto parkt man am besten auf dem kostenlosen Parkplatz an der Gufelbrücke am Ende von Hinterhornbach. Bereits hier vom Parkplatz aus ist die Tour auf den Kanzberg über Jochbachtal bestens ausgeschildert.
beste Wanderzeit:
Während der Hauptsaison eher eine Tour für unter die Woche. Ansonsten empfiehlt es sich früh aufzubrechen (Aufstieg 3 1/2 bis 4 Std) um das Gipfelpanorama noch einigermaßen alleine genießen zu können. Bei Übernachtung im Hornbachstüberl ist diese Variante dann bestimmt wesentlich entspannter.
Mit zunehmendem Wanderbetrieb steigt natürlich auch das Risiko von Steinschlag (unbedingt Helm mitführen).
Wasservorräte:
Unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Bei unserer Tour gab es zwar noch genügend abfließendes Schmelzwasser, aber lieber den Trinkvorrat selbst mitführen.
Wir sind auf unserer Tour jeder mit ca. 2,5 - 3 Litern ausgekommen.
Zum Schluß bietet sich ja auch eine gute Einkehrmöglichkeit an
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Auswertung der GPS-Daten
Mit dem sog. GPS-Track kann u.a. mit Programmen wie Google Earth der Routenverlauf betrachtet werden. "Google Earth" verwendet das Dateiformat .kmz (=komprimiert) bzw. .kml. Öffnet man die KMZ-Datei bzw. KML-Datei in "Google Earth", wird man automatisch zu den in den Dateien gespeicherten Orten (Koordinaten) geleitet.

Tour als Höhen- und Streckenprofil
Route und Profil:
- Online: Online GPS-Viewer URL: http://www.wanderpfa.de/touren/tour5/hochvogel.gpx
- GPS-Tracks: .kml / .gpx
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Übersicht
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